Hessisches Schulgesetz §

Verordnungen §

Verordnung über die Aufsicht über Schülerinnen und Schüler 

ausfvo-stand_22092015.docx  

Verordnung über Unterricht, Erziehung und sonderpädagogische Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen (VOSB) §

Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses (VOGSV) §

Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens §

Freiwillige Wiederholungen §

Hausaufgaben §

Verordnung zur Ausgestaltung der Bildungsgänge und Schulformen (VOBGM) §

Konferenzordnung §

Zeugnisse §

Wird ein besonderer Förderbedarf im Zeugnis vermerkt? 

Kein Zeugnisvermerk: 

  • Zielgleicher Förderbedarf (Sprachheilförderung, sozial-emotionale Entwicklung, Hören, körperliche und motorische Entwicklung, Sehen…)ohne Anwendung eines Nachteilsausgleich 
  • Zielgleicher Förderbedarf mit Nachteilsausgleich ohne Vorteil gegenüber anderen Schülern 
  •  

Vermerk über Nachteilsausgleich:· 

  • Zielgleicher Unterricht mit Nachteilsausgleich mit Vorteil gegenüber anderen Schülern (siehe §42.3 unten) 

Das heißt: wenn die Fördermaßnahme lediglich den vorhandenen Nachteil ausgleicht ohne dabei dem Schüler einen Vorteil anderen Schülern
gegenüber im Hinblick auf die Bewertungskriterien zu verschaffen, kommt kein Vermerk ins Zeugnis. Wenn eine Abweichung mit der
Fördermaßnahme verbunden ist, kommt ein Vermerk ins Zeugnis. 

Beispiel: 

Ein Schüler, der seine Hände nur eingeschränkt nutzen kann, erhält einen Laptop zum Schreiben > kein Vermerk. 

Der gleiche Schüler erhält einen Laptop auf dem auch ein Rechtschreibprogramm installiert ist > der Schüler erhält im Hinblick auf die
sprachlichen Fächer einen Vermerk bzgl. der Rechtschreibleistung. 

Zur Information noch einmal die Auszüge aus der Verordnung Gestaltung des Schulverhältnisses (ABL 09/2011)§ 42 

Nachteilsausgleich, Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung bei Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen 

(1) Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen unterliegen in der Regel den für alle Schülerinnen und Schüler geltenden Maßstäben der Leistungsbewertung. Nachteilsausgleich und Abweichen von den Grundsätzen der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung nach Abs. 3 sind vor allem beim Erlernen des Lesens, Rechtschreibens oder Rechnens in der Grundschule möglich und werden mit andauernder Förderung in den höheren Klassen wieder abgebaut. 

(2) Vorrangig vor dem Abweichen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung sind auf der Grundlage des individuellen Förderplans Hilfen in Form eines Nachteilsausgleichs (§ 7) vorzusehen, können in begründeten Einzelfällen aber auch nebeneinander gewährt werden. 

(3) Abweichungen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsfeststellung und -bewertung sind: 1. stärkere Gewichtung mündlicher Leistungen, insbesondere in Deutsch und den Fremdsprachen, 2. zeitweiser Verzicht auf eine Bewertung der Lese-,Rechtschreib- oder Rechenleistung in allen betroffenen Unterrichtsgebieten, 3. zeitweiser Verzicht auf die Bewertung der Rechtschreib-oder Rechenleistung bei Klassenarbeiten während der Förderphase, 4. Nutzung des pädagogischen Ermessensspielraumes bei Aussetzung der Notengebung für ein Fach. 

(4) Alle Abweichungen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsfeststellung und -bewertung müssen ihre Grundlage in den individuellen Förderplänen der Schülerinnen und Schüler haben. 

(5) Bei besonderen Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechtschreiben werden Maßnahmen nach Abs. 3 von der Klassenkonferenz beschlossen. In der Sekundarstufe II ist das Staatliche Schulamt von den Konferenzbeschlüssen zu unterrichten. Bei besonderen Schwierigkeiten beim Rechnen entscheidet die Klassenkonferenz der Grundschule über Hilfen nach Abs. 2 und 3. 

§ 43 

Besondere Regelungen für die Zeugniserteilung 

(1) In besonders begründeten Ausnahmefällen können die Lese- und Rechtschreibleistung und in der Grundschule die Rechenkenntnisse im Fach Mathematik bei der Zeugnisnote unberücksichtigt bleiben. Die Aussetzung einer Teilnote erfolgt jeweils für ein Schulhalbjahr.Die Entscheidung darüber trifft unter Beachtung des individuellen Förderplans die Klassenkonferenz. § 42 Abs. 5 Satz 2 gilt entsprechend. 

(2) In den Fällen, in denen nach Abs. 1 und § 42 Abs. 3 ein Abweichen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungserhebung und Leistungsbewertung gegeben ist,erfolgt eine entsprechende verbale Aussage im Zeugnis unter „Bemerkungen“. Dies gilt entsprechend auch in den Fällen des Nachteilsausgleichs nach § 7, wenn aufgrund entsprechender Hilfs- oder Arbeitsmittel keine Rechtschreibleistung erbracht wurde 

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